Südamerikanische Erdbeerschnecke auf schwäbischem Erdbeerkuchen aufgetaucht

Stuttgart (brez) - Auch ohne Sahne hätte Ulrike S. die fette Erdbeerschnecke auf ihrem Kuchen nicht entdeckt. "Alleine schon weil ich meine Brille nicht mit dabei hatte", erzählt die blonde Schwäbin aus Stuttgart.

Das ist bereits der zweite Fall, in dem eine südamerikanische Erdbeerschnecke versehentlich ihren Weg in die deutsche Lebensmittelbranche geschafft hat. Die erste dieser Schnecken, deren Schneckenhaus exakt so aussieht wie eine pralle, reife Erdbeere, ist bereits vor einem Jahr in einem norddeutschen Supermarkt aufgetaucht und hatte sich in einer Lieferung Erdbeeren aus Chile versteckt. "Man kann diese Schnecken bedenkenlos verzehren", beruhigt Lebensmittelexperte Prof. Dr. Erwin K. aus Tübingen - "aber man sollte dabei bedenken, dass man sie vorher süßt, sonst schmecken sie nicht besonders gut!"

Vorfälle wie die der Erdbeerschnecke sind kein Einzelfall. Immer öfter hört man auch von Trauben aus Südafrika, die in Wahrheit fette und sauer schmeckende Riesenblattläuse sind oder von Bananenschlangen, die exakt so aussehen wie Bananen - aber zum Glück ungefährlich sind. Auch Experten können den Unterschied erst erkennen, wenn sie versuchen eine Bananenschlange zu schälen. Die Lebensmittel-Importeure bedauern in der Regel solche Vorfälle, sind aber der Meinung, dass betroffene Kunden eigentlich ein Schnäppchen machen. 
"Da essbare Insekten zu den exo-exotischen Spezialitäten zählen, sind sie im Handel um ein Vielfaches teurer als gewöhnliches Obst - der Kunde bekommt also eigentlich deutlich mehr für sein Geld", klärt uns Lebensmittelimporteur Peter L. auf. 

Vielleicht sollten wir alle einfach etwas lockerer mit dem Thema umgehen und offener für neue exotische Lebensmittel sein. Auf jeden Fall bekommt Ulrike S. von der Konditorei, wo sie ihren Erdbeerkuchen verzehrt hat, einen Essensgutschein über 4,60 €. "Davon esse ich das nächste Mal einen Bananenkuchen - da sind die Bananen wenigsten geschält."